RWZ stärkt den Standort Worms
Siloeröffnung und breite Expertise zum Anfassen
Mit der Eröffnung neuer Silos und einem umfassenden Agrarkompetenztag hat die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG (RWZ) am 31. August gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften Raiffeisen Agrarhandel Rhein-Main-Mosel-Saar (RAR) und Raiffeisen Agrarhandel Pfalz GmbH (RAP) zahlreiche Gäste in ihrem Regionalzentrum Worms begrüßt.
Nach dem symbolischen Durchschneiden des Bandes ordnete Christoph Kempkes, Vorstandsvorsitzender der RWZ, die Bedeutung der jüngsten Investition ein: „13.000 Tonnen zusätzliche Silokapazität schaffen uns mehr Spielraum für Erfassung und Logistik. Mehr Lagerraum kostet zwar, lässt uns aber Niedrigwasser-Perioden besser durchhalten. Für zuliefernde Landwirte werden wir schneller und aufnahmefähiger.“
Die RWZ kombinierte die formelle Eröffnung der bereits seit Juni im Einsatz befindlichen Silos mit einer breit angelegten Leistungsschau über ihre Agrarkompetenz. In Kurzvorträgen erhielten Besucherinnen und Besucher Informationen aus erster Hand zu Saatgut und zur anstehenden Herbstaussaat, zur Situation auf den Düngemittelmärkten und zu aktuellen Entwicklungen in der Vermarktung von Getreide und Ölsaaten.
Besonderes Interesse weckte in Anbetracht der diesjährigen Dürre-Periode RWZ-Vertriebsleiter Saatgut Markus Mohren mit der Vorstellung frühreifer Winterweizensorten der RWZ-Tochter Hauptsaaten Seed & Service. Er wies nach, dass die Sorten FABULOR, THERMIDOR und PONDOR sowohl bei starker Trockenheit hohe Erträge sowie stabile Qualitäten erzielen als auch in nassen Jahren mit sehr guter Gesundheit und einem daraus resultierenden geringeren Betriebsmittelaufwand punkten. Bezüglich Sommerbraugerste hob er hervor, dass besonders die Sorten LEANDRA und EXCALIBUR durch Nutzung der Winterfeuchte ein gut ausgebildetes Wurzelwerk entwickeln, was die Trockentoleranz im Frühjahr erheblich verbessert und so die Erträge erhöht.
Mit Blick auf die aktuell turbulenten Düngemittelmärkte riet David Gerhard, RWZ-Regionalleiter Süd, dazu, bereits jetzt Teilmengen des für 2027 benötigten Düngers vorzukaufen; das reduziere Risiken, sollten sich die Märkte weiter verengen. Dies gelte speziell für den wohl auch perspektivisch knappen Schwefeldünger, wie RWZ-PowerAlzon neo-N als wetterstabile Lösung, sowie für Nitrosulf 21-9 als schnellwirkende Nitro-Variante.
Die RWZ-Spartenleiterin Getreide/Ölsaaten Katharina Stelzer lud in ihrem Vortrag dazu ein, die Expertise der RWZ in Bezug auf Vermarktungszeitpunkte und Preiskonstellationen in der Wertschöpfungskette konsequenter nachzufragen. Landwirtschaftliche Betriebe könnten sich so bessere Kontraktpreise und damit stabile Deckungsbeiträge sichern. Im Hinblick auf die Ernte 2027 empfiehlt die Vermarktungsexpertin, bereits jetzt für Teilmengen Vorkontrakte zu auskömmlichen Preisen abzuschließen. Insbesondere Raps sollte fest in die Anbauplanung 2026/27 integriert werden.
Nach den Vorträgen standen die Expertinnen und Experten der RWZ – verstärkt durch Kolleginnen und Kollegen von Bayer CropScience Deutschland, Syngenta, EuroChem und LAT Nitrogen Austria – aus den Fachbereichen Getreide, Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz, Pflanzenbauberatung, Agrartechnik, Digitalisierung, Energie und Weinbau an jeweiligen Informationsständen für einen Austausch zur Verfügung.
Ein zentrales Thema war der anstehende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei Raps und Getreide nach der langen Trockenperiode. RWZ-Pflanzenbauberater zeigten hier Lösungen zur Ungrasbekämpfung im Getreide und Strategien zur Bekämpfung des Rapserdflohs auf.
„Unser Ziel, alle relevanten Themen für den landwirtschaftlichen Betrieb an einem Ort zusammenzubringen, haben wir voll erreicht“, resümierte Dr. Christoph Leufen, Bereichsleiter Pflanzliche Produktion bei der RWZ. „Die fachlichen Gespräche haben uns gezeigt, wie wichtig praxisnahe Lösungen und direkte Ansprechpartner für die Betriebe vor Ort sind. Wir sind da, besonders wenn’s schwierig wird.“