Weinbauempfehlung 03|2026
Warme Temperaturen treiben den Austrieb voran
In den letzten Tagen hat die Natur deutlich an Dynamik gewonnen. Ein spürbarer Wachstumsschub hat die Entwicklung der Reben sichtbar vorangetrieben. In frühen Lagen ist der Austrieb bereits in vollem Gang, und aufgrund der warmen Witterung der vergangenen Tage ist in frühen Lagen mindestens das erste Blatt bei frühen Rebsorten entfaltet. In den kommenden Tagen wird allerdings die Rebenentwicklung aufgrund kühleren Lufttemperaturen ausgebremst. Frostige Nächste sind weiterhin möglich. Ausbleibende Niederschläge im März und Anfang/Mitte April führten zu trockenen Oberböden.
Auch wenn der Kalender noch ein frühes Stadium im Jahr anzeigt, sollte der Pflanzenschutz nicht hinausgezögert werden – die Natur orientiert sich nicht an unseren Erwartungen. Sobald das 3-Blatt-Stadium erreicht ist, raten wir zu ersten Maßnahmen gegen Echten Mehltau und Schwarzfleckenkrankheit. Trotz der kühleren Lufttemperaturen kann das Risiko für Oidium rasend schnell zunehmen. In Sachen Schwarzfleckenkrankheit bietet sich unter anderem das Produkt Delan SC an, welches mit seinem Wirkstoff Dithianon nicht nur eine Wirkung bei Pero-/, sondern auch bei Schwarzfleckeninfektionen darstellt.
| Infektion | Produkt | Konventionell | Ökologisch | |
| Basisaufwand | ha-Aufwand | ha-Aufwand | ||
| Mehltau | Netzschwefel | 3,6-5 kg/ha | 3,6-5 kg/ha | |
| Schwarzfleckenkrankheit/ Phomopsis | Folpan 80 WDG | 0,6 kg/ha | 0,6 kg/ha | |
Empfehlungen zur ersten Pflanzenschutzbehandlung
Basisaufwand x 1 (100–200 l Wasser/ha)
Basisaufwand x 2 in Minimalschnittanlagen
Herbizidanwendung – mit Augenmaß und Verantwortung
Die Anwendung von Herbiziden unterliegt strengen Auflagen:
- In Naturschutzgebieten sind Herbizide grundsätzlich nicht zulässig.
- Glyphosathaltige Produkte dürfen nicht in Wasser- oder Heilquellenschutzgebieten ausgebracht werden.
Es gilt, die gute fachliche Praxis konsequent umzusetzen:
- Keine breiten Herbizidstreifen!
- Keine Anwendungen auf Vorgewenden, Wegrändern, Böschungen oder in der Nähe offener Wasserflächen!
Unsere Herbizidprodukte finden Sie hier in unserem Spritzplan
Jetzt an die Düngung denken
Auch die Nährstoffversorgung darf nicht vernachlässigt werden. Nach Düngeverordnung sind N-Gaben <50 kg N/ha und P-Gaben <30 kg P₂O₅/ha nicht aufzeichnungspflichtig – eine Dokumentation wird jedoch empfohlen. Unsere Empfehlung zur Basisversorgung: RWZ-Weinbaudünger: NK-Dünger mit MgO, Schwefel und Bor (gerne individuell auf Anfrage) - als KAS- oder stabilisierte Version erhältlich.
Natriumbicarbonat
Stand jetzt steht Natriumbicarbonat als Grundstoff nicht zur Verfügung. Sollten zeitnah Änderungen eintreffen, werden wir dies an Sie kommunizieren
Weitere Empfehlungen
Hier finden Sie unsere Empfehlungen der vergangenen Wochen:
Ihr Ansprechpartner
Dr. Christian Ihrig
Fachberatung
Weinbau
Telefon: 0171 / 91 66 863
E-Mail:
christian.ihrig@rwz.de