Weinbauempfehlung 01|2026
Organischen Dünger ausbringen – Mineraldünger rechtzeitig sichern!
Jedes Jahr stellt sich für Winzerinnen und Winzer erneut die Frage, ob eine Düngung notwendig ist oder ob im Boden noch ausreichende Nährstoffreserven vorhanden sind. Besonders auswaschungsgefährdet ist Stickstoff, vor allem dann, wenn er nicht organisch gebunden ist oder als Nitratstickstoff im Boden vorliegt. Die Herbst- und Winterniederschläge der Saison 2025/2026 waren eher als niederschlagsarm zu bewerten. Kalium und Phosphor sind stark an den Boden gebunden und gelten als wenig auswaschungsgefährdet. Ihre Versorgungssituation lässt sich zuverlässig über eine Grundbodenuntersuchung feststellen. Insbesondere Phosphor bleibt aufgrund des vergleichsweise geringen Entzugs durch die Reben über längere Zeiträume stabil im Boden verfügbar. Kalium wird dagegen in größeren Mengen von der Rebe aufgenommen und sollte daher regelmäßig entsprechend der Gehaltsstufe C unter Berücksichtigung des Entzugs (ca. 60 kg K₂O/ha) ergänzt werden. Durch Bodenbearbeitung können vorhandene Nährstoffreserven, insbesondere aus dem Humus, mineralisiert werden. Um einer langfristigen Auszehrung der Böden entgegenzuwirken, ist eine kontinuierliche und bedarfsgerechte Nährstoffversorgung entscheidend. Andernfalls kann es zu Ertragsminderungen bei den Trauben, geringeren Holzerträgen sowie zu einer unzureichenden Holzreife kommen (Abb. 1).
Eine gezielte Düngung mit Kalk, Kalium oder Magnesium kann sinnvoll umgesetzt werden. Darüber hinaus profitieren Bodenleben, Begrünung und Reben von einer moderaten Stickstoffgabe von bis zu 50 kg N/ha. Die aktuell milden Temperaturen führen bereits zu einem verstärkten Wachstum von Gräsern und Zwischenbegrünungen in den Weinbergen. Das Erscheinungsbild dieser Pflanzen liefert wertvolle Hinweise auf die Stickstoffverfügbarkeit im Boden und kann eine Nitratuntersuchung teilweise ersetzen.
Stickstoffdüngung im Weinbau
Gemäß Düngeverordnung sind Stickstoffgaben von bis zu etwa 80 kg N/ha zulässig, sofern eine Düngebedarfsermittlung vorliegt. Ohne Berechnung dürfen maximal 50 kg N/ha ausgebracht werden. Die tatsächlich benötigte Stickstoffmenge ist stets an die Wüchsigkeit der Reben anzupassen und kann je nach Bedarf erhöht oder reduziert werden.
Das RWZ-Weinbaudüngerangebot bietet verschiedene Lösungen für unterschiedliche Düngestrategien.
Eine Auswahl aus dem Sortiment:
Jetzt organisch düngen:
Je nach Wirkungsweise kann der Dünger stabilisiert oder nicht stabilisiert eingesetzt werden. Die Ausbringung sollte stets rechtzeitig und angepasst erfolgen.
- stabilisiert oder nicht stabilisiert. Der jeweilige Dünger sollte angepasst an seine Wirkungsweise rechtzeitig ausgebracht werden.
Frühjahrseinsaaten
Einsaaten von Zwischenbegrüngen verbessern die Bodenstruktur, erhöhen die Insektenvielfalt und in der Regel das Wachstum der Reben.
Schauen Sie hierzu gerne in unserem digitalen Begrünungsflyer vorbei.
Darüber hinaus bitte das Einsammeln der im Vorjahr ausgehängt Pheromondispenser nicht vergessen.
PAMIRA bietet auch in diesem Jahr gesonderte Termine für die kostenfreie Rücknahme der Pheromondispenser an. Sie können gesammelt und in Plastiksäcken verpackt bei einer der PAMIRA-Sammelstellen abgegeben werden. Weitere Infos sowie eine Übersicht unserer Termine, finden Sie hier: PAMIRA-Rücknahmesystem
Weitere Empfehlungen
Hier finden Sie unsere Empfehlungen der vergangenen Wochen:
Ihr Ansprechpartner
Dr. Christian Ihrig
Fachberatung
Weinbau
Telefon: 0171 / 91 66 863
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