Weinbauempfehlung 11|2026
Die Pflanzenschutzsaison geht langsam zu Ende…
Die anhaltend warmen Lufttemperaturen fördern in sämtlichen Weinbaugebieten Rheinland-Pfalz' die Reifeentwicklung der Trauben. Der Reifefortschritt ist inzwischen überall deutlich erkennbar. Bei den roten Rebsorten schreitet die Färbung kontinuierlich voran. Verantwortlich hierfür ist ein stabiles Hochdruckgebiet, das auch in den kommenden Tagen für hohe Lufttemperaturen sorgen wird.
Weiterhin sorgen in RLP fehlende Niederschläge für ein nicht optimales Beerenwachstum. Zwar fielen am vergangenen Wochenende in RLP unterschiedlich verteilte Niederschläge von bis zu 20 l/qm, doch dies war nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Geplante Aussaaten der Herbst-Winterbegrünungen waren bis dato nicht möglich (Trockenheit). Sollte bis Ende Juli kein Niederschlag gefallen sein, sollte die Aussaat direkt nach der Traubenlese stattfinden.
In Weinbergen mit bereits vorhandenem Oidiumbefall nimmt die Ausbreitung des Pilzes weiterhin stark zu. Die Peronospora stellt derzeit dagegen kein größeres Problem dar. Abhängig vom Witterungsverlauf in den nächsten Wochen kann sich im oberen Bereich der Laubwand zwar noch ein latenter Befall entwickeln, dieser lässt sich jedoch durch einen gezielten Laubschnitt wirksam begrenzen – Reinkupfermenge 100gr/ha.
Die derzeit „ausreichende“ Luftfeuchtigkeit in den Morgenstunden schafft günstige Bedingungen für „zukünftigen“ Botrytis. Besonders das gegenseitige Zusammendrücken der Beeren erhöht das Infektionsrisiko. Vorbeugend wirken lockere Laubwände, eine zurückhaltende Bodenbearbeitung sowie niedrige Grasbestände in Gassen und Unterstockbereichen.
Zur Bekämpfung von Oidium können Präparate mit entsprechender Nebenwirkung wie Kumar oder Vitisan eingesetzt werden. Diese sind bis kurz vor der Ernte anwendbar. Gegen Botrytis stehen unter anderem die Spezialbotrytizide Switch, Kenja, Cantus und Botector zur Verfügung. Dabei sind sowohl die jeweiligen Wartezeiten als auch die Zuordnung zu den Wirkstoffklassen unbedingt zu beachten!
Zusätzlich tragen entblätterte Traubenzonen sowie trockene und gut durchlüftete Rebanlagen dazu bei, den Befallsdruck der Kirschessigfliege (KEF) zu verringern. Die KEF befällt bevorzugt vorgeschädigte Beeren, beispielsweise nach Quetschungen mit Saftaustritt, aufgeplatzten Beeren oder anderen mechanischen Verletzungen.
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Mit dem Beginn der allgemeinen Traubenlese wird voraussichtlich Mitte/Ende August (RHH/Pfalz) + Anfang September (Mosel) gerechnet. Es bleibt abzuwarten, wie sich die optimale physiologische Reife der Beeren entwickelt. Eins steht fest: Weinsäure wird ein brennendes Thema im Keller werden!
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Fachberatung
Weinbau
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