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Weinbauempfehlung 05|2026

Auf „kalt und feucht“ folgen warme Tage

 

Die vergangenen Tage verliefen in den Weinbauregionen Pfalz, Rheinhessen, Mosel, Ahr und Nahe überwiegend kühl und wechselhaft. Ursache war eine nordwestliche Strömung mit wiederholten Schauern und einzelnen Gewittern. Besonders in den Flusstälern wechselten sich kurze sonnige Abschnitte mit teils kräftigen Regenfällen ab.

Die Tageshöchsttemperaturen lagen meist zwischen 13 und 18 °C, nachts kühlte es regional auf 2 bis 6 °C ab. Besonders zwischen Freitag und Sonntag zogen wiederholt Schauerfelder über Rheinland-Pfalz hinweg. Die höchsten Niederschlagsmengen wurden lokal in den Mittelgebirgslagen von Mosel und Nahe registriert.

In Rheinhessen und der Pfalz fiel der Regen insgesamt etwas moderater, jedoch ausreichend für eine deutliche Entspannung der zuvor trockenen Oberböden. Die Sonnenscheindauer blieb unterdurchschnittlich; vielerorts dominierten dichte Wolkenfelder und frischer Westwind. Für die anstehenden Tage deutet sich eine langsame Wetterberuhigung an (Hochdruckgebiet). Nach einem weiterhin wechselhaften Wochenbeginn stabilisiert sich die Großwetterlage zunehmend.

Dienstag: freundlichere Abschnitte, nur vereinzelt Schauer, Temperaturen 18 bis 21 °C.
Mittwoch: erneut unbeständig mit schauerartigem Regen und lokalen Gewittern, besonders an Mosel und Ahr.
Donnerstag bis Samstag: deutlich freundlicher, zunehmend trocken und milder. Die Temperaturen steigen auf 21 bis 24 °C.
Sonntag: überwiegend sonnig und frühsommerlich mit regional bis zu 25 °C, besonders in der Pfalz und in Rheinhessen.

Die kühlen Nächte bremsten derzeit das Wachstum etwas, reduzieren allerdings nicht den Krankheitsdruck. Die Inkubationszeit für Pero ist aufgrund der vergangenen Niederschläge jetzt erreicht. Angekündigte schwül-warme Wetterverhältnisse befeuern die Oidiuminfektionen! Das vegetative Wachstum zum Wochenende nimmt wieder deutlich an Fahrt auf. Erste Heftarbeiten stehen zeitnah an – Ausbrecharbeiten sind in vollem Gange. 
Vereinzelt lassen sich nun Chloroseerscheinungen feststellen. In frühen Lagen kann Ende Mai mit dem Blühbeginn gerechnet werden. 

Bei starkem Laubzuwachs ist ein Spritzintervall von acht bis max. zehn Tagen sinnvoll. Kupferpräparate sollten im Bioweinbau grundsätzlich Bestandteil jeder Spritzung sein. Beim Befall von Milben oder Zikadenbefall kann Kiron effektiv eingesetzt werden.

 

Empfehlungen zur Pflanzenschutzbehandlung

Basisaufwand x 1 bis x2 (200–500 l Wasser/ha)
Die Mittelaufwandmenge in Minimalschnittlagen der Laubwand anpassen!

 

 KonventionellÖkologisch
 Basisaufwandha-AufwandBasisaufwandha-Aufwand
Mehltau
Netzschwefel 3,6 - 5 kg/ha 3,6 - 5 kg/ha
Natrisan3 kg/ha3 kg/ha3 kg/ha3 kg/ha
Vitisan3 kg/ha3 kg/ha3 kg/ha3 kg/ha
Wetcit0,1 - 0,2 %0,1 - 0,2 %0,1 - 0,2 %0,1 - 0,2 %
Belanty*1 l /ha*0,9 - 1,2 l/ha  
Dynali0,2 l/habis 0,4 l/ha  
Talendo0,1 l/habis 0,2 l/ha  
Talando Extra0,1 l/habis 0,2 l/ha  
Peronospora
Funguran Progr. + Upside  0,5 kg/ha + 2,5 l/ha*0,42 kg/ha + 2 l/ha
Kupro + Upside  2 l/ha + 2,5 l/ha0,8 kg/ha + 2 l/ha
Delan Pro1,2 l/ha2,4 l/ha  
Folpan 80 WDG0,4 kg/habis 0,8 kg/ha  
Veriphos/Foshield1,0 l/habis 2,0 l/ha  
Profiler**0,75 kg/ha1,5 kg/ha  
Spinnmilben
Kiron0,6 l/ha0,6 l/ha  
*= Laubwandflächenbezug d.h. Aufwandmenge auf 10.000 m2 Laubwand
**= Profiler als Letztes in die Spritze geben

 

„Dampf für die Reben“ – Blattdünger

Für eine Minimierung von Wachstumsstress sorgen bspw. Blattdünger. Für den ökologischen Weinbau empfehlen wir Lebosol Hepta Eisen. Eine Blattdüngeranwendung im konventionellen Weinbau kann mit dem Produkt Fructol durchgeführt werden.

Chlorosebekämpfung

Eine Behandlung hinsichtlich einer Blattanwendung kann mittels Chelal Fe/Mn oder Lebosol Hepta Eisen (auch im Bioanbau zugelassen) durchgeführt werden.

pH-Wert 

Für eine optimale Wirkung von Pflanzenschutzmitteln im Weinbau sollte der pH-Wert der Spritzbrühe im leicht sauren Bereich liegen, idealerweise zwischen 5,0 und 6,5. In diesem Bereich bleiben viele Wirkstoffe stabil und können von der Pflanze besser aufgenommen werden. Ein zu hoher pH-Wert (alkalisch) kann hingegen zu einem schnellen Abbau der Wirkstoffe und damit zu Wirkungsverlusten führen, während ein zu niedriger pH-Wert das Risiko von Pflanzenschäden erhöht. Da Wasser in der Praxis häufig neutral bis alkalisch ist, kann eine gezielte pH-Anpassung der Spritzbrühe sinnvoll sein. Hierzu bieten sich pH-Regulatoren (Kombi aus Säure+Netzmittel = „pH fix“) oder organische Säuren (Zitronensäure oder Essigsäure =  „Lebosol Zitronensäure“) an. 

Weitere Empfehlungen

Hier finden Sie unsere Empfehlungen der vergangenen Wochen: 

Zu den Empfehlungen

Ihr Ansprechpartner

Dr. Christian Ihrig

Fachberatung Weinbau
Telefon: 0171 / 91 66 863
E-Mail: christian.ihrig@rwz.de